Yoga zum Einschlafen für Kinder – Wenn dein Kind abends nicht zur Ruhe kommt

Yoga zum Einschlafen für Kinder - Seestern Position

Der Tag war lang: Schule, Kindergarten, Termine, Hausaufgaben, Medien, Emotionen. Eigentlich ist es Zeit zum Schlafen, doch dein Kind kommt abends nicht zur Ruhe. Es zappelt, steht wieder auf oder findet immer neue Gründe, warum es noch nicht müde ist.

Yoga zum Einschlafen für Kinder kann hier unterstützen. Sanfte Bewegungen, bewusste Atmung und ein klares Abendritual helfen dabei, vom aktiven Tag in die Ruhe zu wechseln – ohne Druck und ohne lange Diskussionen.

Warum kommt mein Kind abends nicht zur Ruhe?

Wenn ein Kind abends keine Ruhe findet, ist das natürlich keine böse Absicht. Häufig gibt es dafür gleich mehrere Gründe – Zum Beispiel:

Überreizung durch den Tag

Kinder verarbeiten Reize intensiver als Erwachsene. Lärm, soziale Interaktionen oder Bildschirmzeit wirken oft noch nach - bis in den Abend hinein.

Kein bewusster Übergang in den Ruhemodus

Zwischen „Vollgas“ und „Jetzt schlafen“ fehlt häufig eine regulierende Phase. Das Nervensystem ist einfach noch zu aktiv, um für Schlaf bereit zu sein.

Emotionale Verarbeitung

Gedanken, Sorgen oder kleine Konflikte tauchen oft erst im Bett auf, wenn es still wird.

Warum Yoga zum Einschlafen sinnvoll ist

Yoga kombiniert Bewegung, Atmung und Wiederholung. Diese Elemente unterstützen die Regulation des Nervensystems und helfen, Restenergie abzubauen.

  • Beruhigt durch verlängerte Ausatmung
  • Reduziert körperliche Spannung
  • Schafft Sicherheit durch feste Rituale
  • Fördert die Körperwahrnehmung

Entscheidend ist nicht die perfekte Ausführung, sondern die regelmäßige Wiederholung. Das Ritual selbst wird mit der Zeit zum willkommenen Signal für Entspannung, auf das sich das Kind freut!

In 3–5 Minuten zu mehr Ruhe – Yoga zum Einschlafen im Alltag

Viele Eltern denken, ein Yogaritual brauche zu viel Zeit. Tatsächlich reichen aber oft wenige Minuten.

1. Die Kerze – Atemübung

Atmet langsam durch die Nase ein.
Dann atmet sanft und möglichst lang aus - als wolle man eine Kerze nur leicht zum Flackern bringen – nicht, um sie auszupusten.

Wirkung: Eine verlängerte Ausatmung unterstützt die Beruhigung des Nervensystems.

2. Der schlafende Bär – Spannung abschütteln

Legt euch auf den Rücken.
Streckt die Arme und Beine senkrecht nach oben aus.
Stellt euch vor, an den Fingern und Fußspitzen klebe Honig – schüttelt den klebrigen Honig kräftig ab!

Wirkung: Löst körperliche Spannung und wirkt anschließend erdend.

3. Gedankenboote – Entspannung mit Fantasie

Zuerst kreativ sein, dann entspannen:
Bastelt kleine Papierschiffe, bemalt sie bunt und schreibt eure Namen darauf.

Dann legt ihr euch hin und legt das Boot auf den Bauch. Mit jeder Ein- und Ausatmung hebt und senkt es sich.

Stellt euch vor, das Boot fahre auf einem ruhigen Fluss. Wenn ein unangenehmer Gedanke oder ein Gefühl auftaucht, darf es ins Boot steigen und mit dem Fluss davonziehen.

Wirkung: Verbindet Atemwahrnehmung mit emotionalem Loslassen.

4. Der Stern im Bett

Legt euch auf den Rücken.
Breitet eure Arme und Beine locker aus.
Spürt, wie der Körper schwer in die Matratze sinkt.

Fragt euch leise: „Wo fühlt sich mein Körper schon ganz ruhig an?“

Wirkung: Fördert Loslassen und Körperwahrnehmung.

Wie du Yoga zum Einschlafen für Kinder ins Abendritual integrierst

  • Dimme das Licht
  • Rede mit ruhiger, gleichbleibender Stimme
  • Halte eine feste Reihenfolge ein
  • Bleib bei 5–10 Minuten maximaler Dauer

Hilfreich für das Abendritual sind unsere Kinderyogakarten.
Auf der Rückseite findet ihr jeweils eine kurze Anleitung mit Beschreibung und Wirkung der Übung.

Unter dem Punkt „Vorteile“ ist gekennzeichnet, ob es sich um eine beruhigende oder aktivierende Übung handelt. Für den Abend kannst du gezielt die beruhigenden Karten auswählen und die aktivierenden aussortieren.

Aus dieser ruhigen Vorauswahl darf dein Kind dann drei bis fünf Übungen bestimmen. Das stärkt Mitbestimmung und Selbstwirksamkeit, während das Ritual gleichzeitig klar und strukturiert bleibt.

Mit der Zeit wird schon das gemeinsame Durchgehen der Karten zum Signal: Jetzt beginnt die Ruhephase.

Fazit: Gemeinsam zur Ruhe finden

Wenn dein Kind abends nicht zur Ruhe kommt, braucht es oft keine langen Gespräche.

Gestaltet euer Einschlafritual gemeinsam und lasse dein Kind mitbestimmen. Ob drei ausgewählte Karten, die Lieblingsübung oder das Gedankenboot. Mitgestaltung schafft Motivation und Vorfreude.

So entsteht Schritt für Schritt ein Abendmoment, der nicht von Widerstand geprägt ist, sondern von Verbindung, Klarheit und einem guten Gefühl vor dem Einschlafen.

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